MT-Serie: Ideenskizzen für ein Einkaufscenter im Rathausquartier/Multi verfolgt seit Jahren das Geschehen in Minden
Der Duisburger Projektentwickler Multi Development gehört zu den vier Interessenten, die Ideenskizzen für die Neugestaltung des Rathausquartieres mit einem Einkaufscenter bei der Stadt eingereicht haben.
Für weite Teile der Politik und die Spitze der Stadtverwaltung war Multi in den Jahren 2006 und 2007 ein Hoffnungsträger. Mit der Domhof-Galerie sollte mitten in der Stadt eine große Einkaufsmeile entstehen, das Ende der 1970er-Jahre errichtete Neue Rathaus sollte weichen und "on top" - auf dem Einkaufszentrum - neue Räume für die Stadtverwaltung entstehen.
Doch mit dem Bürgerentscheid gegen den Abriss des sogenannten Deilmann-Baues platzten sämtliche Überlegungen in Minden. Nicht aber für die Multi-Geschäftsführung, die sich immer wieder über den Stand der Dinge in der Weserstadt informierte.
Basierend auf den Erkenntnissen bei der Projektentwicklung der Domhof-Galerie und - inzwischen fortgeschriebenen - vor dem Hintergrund der Eindrücke, die die Mindener Innenstadt fünf Jahre später hinterlässt, ist die Ideenskizze der Duisburger für das neue Rathausquartier recht ausführlich ausgefallen. Gemeinsam mit dem hauseigenen Architekturbüro T+T Design im niederländischen Gouda präsentiert Multi ein Konzept mit rund 10000 Quadratmetern Verkaufsfläche, das in gleicher Größenordnung um Büroflächen erweitert werden könnte. Außerdem wäre noch Wohnungsbau möglich.
Multi würde einen neuen Rundlauf in der Mindener Innenstadt schaffen wollen. Dadurch sollen die bestehenden Handelslagen Scharn und Bäckerstraße eine Vernetzung erhalten.
Mögliche Investition liegt bei 65 Millionen Euro
So sei die Leitidee, ein offenes, großzügiges und lichtdurchflutetes Straßenkonzept zu schaffen, schildert der Projektentwickler. Dabei würde auf zentrale Ein- und Ausgangstüren sowie eine Klimatisierung verzichtet. Ein Glasdach dient als Wetterschutz.
Eine zentrale Fußgängerstraße soll die bestehende Wegebeziehung der Scharnpassage aufnehmen und auf den Kleinen Domhof fortführen.
Das städtebauliche und architektonische Konzept von Multi bildet zwei in sich verschiedene Pole aus. Der stark frequentierten Lage "Scharn" sollten nach den Vorstellungen der Planer durch eine räumliche Akzentuierung von mittelgroßen, sich zum Scharn hin öffnenden Gebäudeelementen neue Handelsimpulse hinzugefügt werden. Der östliche Eingangsbereich soll dagegen durch ein eingestelltes Gebäude mit gastronomischem Schwerpunkt zum Flanieren und vor allem Verweilen einladen.
Ein Einkaufscenter mit rund 10000 Quadratmetern Verkaufsfläche, eine ähnlich große Bürofläche für die Stadtverwaltung und Wohnungen stellt sich Multi vor. Grafiken: Multi
Die Duisburger Entwickler wollen an den Ortsbild prägenden Raumkanten und Höhenlinien festhalten. Die Fassadengestaltung würde für das Quartier typisch in Putz und Naturstein gehalten. Einzeln ablesbare Gebäude könnten ein urbanes Ensemble mit einer innenstadttypischen Nutzung bilden. Gastronomie und Wohnen sollen auch nach Ladenschluss für eine Belebung des Rathausquartieres sorgen.
Rund 65 Millionen Euro Investitionssumme hat Multi für das Objekt, in dem zwei Tiefgaragenebenen integriert sind, veranschlagt. Ankermieter würden Anbieter aus den Bereichen Unterhaltungselektronik und Sport mit rund 2500 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie ein Lebensmittler mit rund 2000 Quadratmetern einschließlich Drogerie sein. Bekleidung und Schuhe könnten etwa 3500 Quadratmeter Verkaufsfläche einnehmen, der sonstige Handel rund 2000 Quadratmeter.
Die Multi Development Germany GmbH gehört zu den etablierten Projektentwicklern. Seit 27 Jahren betreibt das Unternehmen Einzelhandelszentren. In 14 europäischen Ländern ist Multi mit 185 realisierten Projekten aktiv. 16 Objekte befinden sich im Bau, 48 in der Planung. In den vergangenen Jahren erhielt der Projektentwickler zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen für seine Center, besonders mit Blick auf die innerstädtische Integration.
In der Dienstagausgabe die letzte Folge der MT-Serie: Ideenskizze des Meerbuscher Projektentwicklers WP Real Estate.
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