Bereits vor einem Jahr hatten sich die Ausschussmitglieder intensiv mit einem möglichst besseren Sicherheitskonzept für den neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) an der Lindenstraße auseinandergesetzt. Dazu hatten die Ausschussmitglieder Vertreter der Polizei und der Ordnungsbehörde eingeladen.
Nach der Präsentation der Pläne für den neuen ZOB bemängelten die Ausschussmitglieder unter anderem, dass das neue Servicegebäude sehr kompakt sei und es mehrere Ecken gebe, hinter denen sich potenzielle Täter verstecken könnten. Ratsam seien zudem Überwachungskameras, oberirdische Parkautomaten sowie ein funktionierendes Notrufsystem. Für eine bessere Beleuchtung sowie für mehr Transparenz, getreu dem Motto "ich werde gesehen und kann sehen, wer ein paar Meter von mir entfernt steht", sprachen sich auch Gunda Evers vom Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Minden sowie Holger David von der Ordnungsbehörde der Stadt aus.
Die zahlreichen Verbesserungsvorschläge der Mitglieder des Frauen- und Gleichstellungsausschusses wurden von der Polizeibehörde aufgegriffen und fachkundig ergänzt. So empfiehlt die Polizeibehörde, dass die Geldautomaten täglich geleert werden sollen. Auf eine zusätzliche Bepflanzung im Bereich der Notausgänge solle hingegen verzichtet werden, damit sich niemand hinter Büschen verstecken kann. Statt massiver Türen sollten Glastüren eingebaut werden, um auf diese Weise eine bessere Einsehbarkeit zu gewähren. Wichtig sei zudem, dass auch die Fahrradabstellplätze am neuen ZOB übersichtlich gestaltet werden.
Ein entsprechendes Schreiben schickte die Polizei jetzt an die Verwaltung der Stadt. Dabei wies die Polizei darauf hin, dass zahlreiche Anregungen aus dem Ausschuss für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten stammten. In dem Brief an die Verwaltung heißt es weiter, dass - sofern dies noch möglich sei - Leerrohre gelegt werden sollten. In die könnten dann, notfalls auch zu einem späteren Zeitpunkt noch, Kabel für Überwachungskameras sowie ein Notrufsystem verlegt werden.
Die Mitglieder des Ausschusses für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten freuten sich, dass ihre Anregungen nicht im Sande verlaufen sind. Um dem Vorhaben jedoch noch einmal Nachdruck zu verleihen, wollen die Ausschussmitglieder nun in einem Schreiben die Städtischen Betriebe auffordern, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen schnellstmöglich - idealerweise bis zum 6. Januar - umgesetzt werden. Einig waren sich die Ausschussmitglieder jedoch, dass sie bei künftigen Vorhaben noch rechtzeitiger aktiv werden müssen.
















In der Opferstatistik Berlin (1993-2001) sind die Zahlen für männliche Opfer bei fast allen Delikten immer viel höher.
Bei Raub, räuberischer Erpressung liegen die männlichen Opferzahlen bei 7.150 und bei Frauen bei 2.610. Die Zahl der weiblichen Opfer enthält übrigens 548x Handtaschenraub, der bei den 7.150 männlichen Opfern hingegen nur 27x vorkam. Wenn man annimmt, dass Männer weniger oft Handtaschen tragen obwohl sie viel öfter Opfer von Räubern werden, könnte man vielleicht annehmen, dass man viele Handtaschenraube verhindern kann, wenn Frauen keine Handtaschen tragen würden.
Interessant sind auch die Opferzahlen bei "sonstigen Raubüberfällen auf öffentlichen Plätzen und Wegen":
4.910 (m) zu 817 (w)
oder "gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen":
7.058 (m) zu 1.672 (w).
Bei zwei weiteren Delikten (neben Handtaschenraub) sind die weiblichen Opferzahlen höher: Bei Vergewaltigungen und sexuellem Kindesmissbrauch. Zu klären wäre dabei, wie häufig diese Taten im häuslichen, familiären Umfeld stattfinden oder auf öffentlichen Plätzen, Straßen und Wegen. Der Anteil von Vergewaltigungsopfern liegt im Vergleich zu den Gesamtopferzahlen bei 0,8%. Bei sexuellem Missbrauch von Kindern bei 1,7%. Wenn man annimmt, dass solche Taten typischer Weise nicht an öffentlichen Plätzen passieren, dann ist es sehr unwahrscheinlich, an einem öffentlichen Platz (in Berlin) Opfer eines solchen Deliktes zu werden. Die Wahrscheinlichkeit ein Opfer aller anderen Delikte an solchen Orten zu werden wäre dann höher. Und diese Delikte haben immer einen höheren Anteil an männlichen Opfern.
Für Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit an einem Ort wie einem ZOB sollte so eigentlich der Ausschuss für MÄNNER- und Gleichstellungsangelegenheiten einer Stadt zuständig sein. So etwas gibt es wohl aber noch nicht. Aber "die Hoffnung stirbt zuletzt"…