Welche Folgen hatten Veränderungen bei Veranstaltungen auf dem Markt? Bilanz eines Sommers
Auslöser für die intensiven Aktivitäten in diesem Jahr war die Klage eines Anwohners, der sich gegen die gängige Genehmigungspraxis der Stadt wehrte. Unter anderem ging es um Schutz vor Veranstaltungslärm auf dem Markt. In einer Mediation einigten sich Anwohner und Stadt Minden schließlich.
"Unser Ziel war: Alle Veranstaltungen finden statt - und zwar da, wo sie bisher waren, und die Genehmigungen sind dann auch gerichtsfest", sagt Erster Beigeordneter Peter Kienzle im MT-Gespräch. Das sei erreicht worden. "Wir hatten vorher eine großzügige Genehmigungspraxis, die ist nun etwas eingestutzt worden."
Weniger Lärmbelästigungen für Anwohner, garantierte Sicherheit für alle Besucher: Das ist Ziel der Auflagen, Beratungen und Kontrollen des Ordnungsamtes. Klar ist: Veranstalter mussten für die Genehmigung von Partys und Festen in diesem Jahr deutlich mehr Aufwand treiben. Das allerdings nicht nur, um den Auflagen in Sachen Lärmschutz Rechnung zu tragen, sondern auch infolge verschärfter Bestimmungen nach den tragischen Ereignissen der Duisburger Love-Parade.
Deutlichste Auswirkung: Die meisten Veranstaltungen endeten eine bis zwei Stunden früher als sonst, der Abbau von Bühnen und Zelten erfolgt nicht mehr in der Nacht, sondern erst am nächsten Morgen. "Fast alle klagen jetzt über wirtschaftliche Einbußen, weil ihnen die wichtigen Nachtstunden verloren gegangen sind", berichtet Kienzle.
Diese Ergebnisse wurden bei einem Runden Tisch zum Ende der Saison zusammengetragen. Teilnehmer: Stadtverwaltung, Veranstalter, Minden Marketing, Politik und "Minden wehrt sich" - die Gruppe, die die Bürgerproteste im Frühjahr gebündelt hat. "Wir setzen uns weiterhin für die Sache der Bürger ein", sagt Volker Krusche, Sprecher der Gruppe. Ihnen läge am Herzen, dass Minden eine lebenswerte Stadt bleibt - und darum wollen sie sich weiter in aktuelle Diskussionen einmischen. So hatte "Minden wehrt sich" unabhängig von der Verwaltung ebenfalls zum Runden Tisch geladen und betont, dass bei ihrem Runden Tisch die ersten Schritte zu einem Veranstaltungs-Gesamtkonzept gemacht worden seien.
Längere Veranstaltungen auf dem Markt, um finanzielle Einbußen zu verhindern, das wäre nur möglich, wenn eine oder zwei der "Standardveranstaltungen" ein anderes Domizil suchten. Dann sinkt nämlich die Lärm-Gesamtbelastung über die Saison betrachtet: Andere könnten wieder länger feiern, so die Rechnung.
Alternative Orte könnten Johanniskirchhof, Simeonsplatz, Schwanenteich, Kanzlers Weide sein. Dass so eine Umstellung auch Risiken mit sich bringt, ist allen Beteiligten bewusst. Würden die Besucher ein Fest, das sonst immer auf dem Markt war, auch an anderem Ort finden? Und auch die Anwohner der anderen Plätze müssten vor Lärm geschützt werden. Das allerdings ließe sich mit speziellen Lautsprecheranlagen wohl erreichen, so die Stadtverwaltung optimistisch.
"Veranstalter, die gerne auf dem Markt bleiben wollen, könnten sich auch Gedanken darüber machen, ob man nicht eine Stunde früher anfangen kann." Auch so ließen sich gegebenenfalls wirtschaftliche Einbußen auffangen. Und auch über Eintritt oder höhere Getränkepreise könnten Veranstalter mal nachdenken."
Und darum soll jetzt ein übergreifendes Veranstaltungskonzept her, das möglichst alle Interessen bündelt.
Damit nächsten Sommer nicht wieder Feste auf der Kippe stehen.
Die Gruppe "Minden wehrt sich" ist FÜR Veranstaltungen und war GEGEN den Kläger, der die Veranstaltungen unterbinden wollte....
Die Gruppe ist aus dem Protest gegen den Kläger entstanden.