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21.11.2011
Keine Party ohne klare Pläne
Welche Folgen hatten Veränderungen bei Veranstaltungen auf dem Markt? Bilanz eines Sommers
VON MONIKA JÄGER

Minden (mt). Proteste und Empörung gab es zum Jahresbeginn wegen der Veränderungen bei Mindener Open-Air-Veranstaltungen. Die Bilanz am Ende der Saison: Trotz allen Ärgers hat sich Positives entwickelt.

Stimmungsvolle Partys auf dem Marktplatz wird es weiter geben - allerdings mit Auflagen. MT-Archiv | foto: Sandvoss

Auslöser für die intensiven Aktivitäten in diesem Jahr war die Klage eines Anwohners, der sich gegen die gängige Genehmigungspraxis der Stadt wehrte. Unter anderem ging es um Schutz vor Veranstaltungslärm auf dem Markt. In einer Mediation einigten sich Anwohner und Stadt Minden schließlich.

"Unser Ziel war: Alle Veranstaltungen finden statt - und zwar da, wo sie bisher waren, und die Genehmigungen sind dann auch gerichtsfest", sagt Erster Beigeordneter Peter Kienzle im MT-Gespräch. Das sei erreicht worden. "Wir hatten vorher eine großzügige Genehmigungspraxis, die ist nun etwas eingestutzt worden."

Weniger Lärmbelästigungen für Anwohner, garantierte Sicherheit für alle Besucher: Das ist Ziel der Auflagen, Beratungen und Kontrollen des Ordnungsamtes. Klar ist: Veranstalter mussten für die Genehmigung von Partys und Festen in diesem Jahr deutlich mehr Aufwand treiben. Das allerdings nicht nur, um den Auflagen in Sachen Lärmschutz Rechnung zu tragen, sondern auch infolge verschärfter Bestimmungen nach den tragischen Ereignissen der Duisburger Love-Parade.

Info
Mehr zum Thema im Blickpunkt "Klage gegen Open Air Veranstaltungen" [...mehr lesen...]

Deutlichste Auswirkung: Die meisten Veranstaltungen endeten eine bis zwei Stunden früher als sonst, der Abbau von Bühnen und Zelten erfolgt nicht mehr in der Nacht, sondern erst am nächsten Morgen. "Fast alle klagen jetzt über wirtschaftliche Einbußen, weil ihnen die wichtigen Nachtstunden verloren gegangen sind", berichtet Kienzle.

Diese Ergebnisse wurden bei einem Runden Tisch zum Ende der Saison zusammengetragen. Teilnehmer: Stadtverwaltung, Veranstalter, Minden Marketing, Politik und "Minden wehrt sich" - die Gruppe, die die Bürgerproteste im Frühjahr gebündelt hat. "Wir setzen uns weiterhin für die Sache der Bürger ein", sagt Volker Krusche, Sprecher der Gruppe. Ihnen läge am Herzen, dass Minden eine lebenswerte Stadt bleibt - und darum wollen sie sich weiter in aktuelle Diskussionen einmischen. So hatte "Minden wehrt sich" unabhängig von der Verwaltung ebenfalls zum Runden Tisch geladen und betont, dass bei ihrem Runden Tisch die ersten Schritte zu einem Veranstaltungs-Gesamtkonzept gemacht worden seien.

Längere Veranstaltungen auf dem Markt, um finanzielle Einbußen zu verhindern, das wäre nur möglich, wenn eine oder zwei der "Standardveranstaltungen" ein anderes Domizil suchten. Dann sinkt nämlich die Lärm-Gesamtbelastung über die Saison betrachtet: Andere könnten wieder länger feiern, so die Rechnung.

Alternative Orte könnten Johanniskirchhof, Simeonsplatz, Schwanenteich, Kanzlers Weide sein. Dass so eine Umstellung auch Risiken mit sich bringt, ist allen Beteiligten bewusst. Würden die Besucher ein Fest, das sonst immer auf dem Markt war, auch an anderem Ort finden? Und auch die Anwohner der anderen Plätze müssten vor Lärm geschützt werden. Das allerdings ließe sich mit speziellen Lautsprecheranlagen wohl erreichen, so die Stadtverwaltung optimistisch.

"Veranstalter, die gerne auf dem Markt bleiben wollen, könnten sich auch Gedanken darüber machen, ob man nicht eine Stunde früher anfangen kann." Auch so ließen sich gegebenenfalls wirtschaftliche Einbußen auffangen. Und auch über Eintritt oder höhere Getränkepreise könnten Veranstalter mal nachdenken."

Und darum soll jetzt ein übergreifendes Veranstaltungskonzept her, das möglichst alle Interessen bündelt.

Damit nächsten Sommer nicht wieder Feste auf der Kippe stehen.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 20.11.2011 um 21:55:08 Uhr
Letzte Änderung am 21.11.2011 um 01:39:32 Uhr

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Kommentare
@ Maverick
Die Gruppe "Minden wehrt sich" ist FÜR Veranstaltungen und war GEGEN den Kläger, der die Veranstaltungen unterbinden wollte....
Die Gruppe ist aus dem Protest gegen den Kläger entstanden.

Ich finde die Gruppe "Minden wehrt sich" lächerlich, dann geht Minden immer mehr den Bach runter. Weil ohne die Veranstaltung und die Geschäfte wir Minden immer mehr zur Geister Stadt. Und die "Gruppe" will dann auch keine Touristen mehr in der Stadt haben weil die wohl auch noch zu laut sind. In der OMP (Obermarktpassage) ist ja auch schon nix mehr viel los, soll die innen Stadt auch noch so enden!! Man sollte sich vorher überlegen wo man ihn zieht und sich nicht dann beschweren. Ich hatte da mit kein Problem wenn ich nicht Schichtarbeit hatte und auch nicht Samstag raus musste.

@Anwalt:
Als beteiligter Musiker kann ich Ihnen sagen das die gesetzlichen Vorgaben, was Lautstärke usw. angeht, absolut eingehalten, eher unterschritten wurden.
Darauf haben wir peinlichst geachtet und das wurde auch vom Ordnungsamt kontrolliert. Gleiches gilt für die genehmigten Zeiten.
Bei dem einen regen Sie sich auf das er sich Ihrer Meinung nach über geltendes Recht hinwegsetzt, andere halten sich daran und die wollen sie dann verklagen?
Sie sind schon ein klasse 'Anwalt'...

Ich feiere immer noch in mindern und werde von nun an noch lauter grölend durch die Straßen ziehen. Aus Spaß daran und weil es mir eine Freude sein wird meiner feierlaune freien Lauf zu lassen !

@Jimmy.:
Mal daran gedacht das dort nicht wenige Leute schon seit Generationen wohnen?
Denen einfach so zu sagen das sie es entweder ertragen oder sich vom Acker machen sollen ist einfach nicht in Ordnung.
Die gleiche Ignoranz hat man vor ein paar Jahren dem Kläger entgegengebracht. Das Ergebnis haben wir gesehen.
Hätte es die Mediation nicht gegeben wäre es zu einem Verfahren gekommen und die Chancen, das die Mindener einen auf die Mütze bekommen hätten, standen gar nicht so schlecht. Die Richter stellen eben nicht unbedingt die Rechte Einzelner hintenan.
Nicht falsch verstehen, mir geht das, was zur Zeit in Minden abgeht, echt auf die Nüsse und ich kann die Schergen vom Ordnungsamt langsam echt nicht mehr sehen. Trotzdem fände ich es gut wenn man die Veranstaltungsdichte in Minden ein bischen entzerren würde. Weniger ist manchmal mehr. Es mag komisch klingen aber das könnte den Partys gut tun denn alle kämpfen schon seit Jahren mit schwindenden Besucherzahlen und die Leute sind von der vielen Feierei eigentlich völlig übersättigt.

Machen wir uns nix vor, die wirtschaftlichen Einbußen sind durch die Verkürzung der VA's nicht unerheblich und wenn sich keiner bereit erklärt "seinen" Platz auf dem Markt zu räumen, dann wird das auch nicht besser sondern vieleicht sogar noch schlimmer und wer weiß, irgendwann folgt vieleicht nochmal jemand dem Beispiel des Klägers und läßt sich dann auf keinen Vergleich ein. Was dann? Dann wird es ganz eng mit feiern auf dem Marktplatz und dann gibt es noch mehr Beschneidungen der Zeiten und damit auch noch weniger Umsatz, was zwangsläufig dann auch irgendwann dazu führen wird das gar nix mehr laufen wird.
Stellen wir den Pranger wieder auf oder vieleicht einen Galgen? Oder aber denken wir mal kurz darüber nach das diese Menschen dieselben Rechte haben wie wir und gehen die Sache mit Vernunft an?
Es geht nur miteinander und nicht gegeneinander!



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