Hamburger Projektentwickler muss Ende März 2012 erklären, ob er das Einkaufscenter Wesertor-Galerie realisiert
Der Ausschuss gab bei einer Enthaltung einmütig grünes Licht. Stichtag ist jetzt der 31. März 2012, an dem sich die Hamburger endgültig erklären müssen, ob sie ein Einkaufscenter an der Unteren Bäckerstraße realisieren werden.
Die ECE befinde sich auf den letzten 100 Metern eines Marathons, erläuterte Thätner seine Situation. "So kurz vor dem Ziel gibt man nicht auf, da braucht man aber Unterstützung." Die erhielt er mit dem klaren Abstimmungsergebnis vom Hauptausschuss.
So geht der Projektentwickler davon aus, dass im Oktober/November die schwierige Eigentümersituation zwischen den insolventen Unternehmen Karstadt/Arcandor in Essen und Dawnay Day in London zugunsten der ECE geklärt werden kann. Am vergangenen Dienstag habe es entsprechende Signale von beiden Parteien gegeben, betonte Thätner.
Karstadt/Arcandor hatte den Hertie-Komplex, an dessen Standort die ECE ein Einkaufszentrum mit rund 25000 Quadratmetern Verkaufsfläche entwickeln will, an die britische Dawnay-Day-Gruppe veräußert. Allerdings hat es bei der Abwicklung des Immobiliengeschäftes Probleme gegeben, sodass die Eigentümerlage für das Objekt an der Bäckerstraße nicht eindeutig ist. Doch der ECE-Vertreter ist optimistisch, diese Situation in den kommenden Wochen klären zu können. Dabei spielt Geld offensichtlich eine große Rolle. Von rund 1,5 Millionen Euro (eine Art Vorschuss) sprach Thätner gestern, die für die ECE verloren seien, wenn das Problem zwischen Karstadt/Arcandor und Dawnay Day nicht gelöst werden könne.
Probleme gibt es auch mit einigen wenigen privaten Eigentümern von kleineren Grundstücken, auf denen das Hertie-Gebäude steht. Hier gebe es Kaufpreisvorstellungen abseits der Realität. "Wir halten aber an dem Projekt fest, trotz aller Schwierigkeiten."
Einem möglichen Alternativstandort für ein Einkaufszentrum im Rathausquartier erteilte Nikolaus Thätner gestern eine klare Absage. Der ehemalige Hertie-Komplex mit dem ehemaligen Desuma-Gebäude an der Hellingstraße und dem Parkhaus am Marienwall sei eindeutig der bessere für ein Einkaufszentrum. Nicht nur wegen der besseren Verkehrslage, sondern auch wegen des Baubestandes im Umfeld, der sich am Rathausquartier als problematisch erweisen könne, wenn eine großflächige Erschließung für ein Einkaufscenter erfolgen müsse.
Liefe der Terminplan reibungslos, sieht Thätner der Eröffnung einer Wesertor-Galerie im Herbst 2015 entgegen. Dann müsste allerdings auch gelöst sein, wie mit C&A verfahren wird. Denn das Gebäude wird ebenfalls benötigt. Der Textiler hat einen Mietvertrag, der bis Ende 2013 läuft. Mit der Möglichkeit, viermal fünf Jahre zu verlängern.
Mein Kommentar:
So abrissgeil wie Bürgermeister und Stadtrat schon lange sind, geht das völlig ohne Verstand. Mit ECE drängte man auf eine Vereinbarung, die sehr unklug war. Alles oder Nichts! Nun ist Panik da, dass zuletzt ein Nichts rauskommt. Wesentlich besser wäre eine Vereinbarung, die zuerst ECE dahinleitet das Karstadt-Gebäude wieder in Betrieb zu nehmen! Bemerkenswert ist auch, wie ein Bürgerbegehrens-Vertreter sich um 180 Grad gewendet hat. Naja, es ging dem wohl nur um den Listenplatz-1 im Vorfeld der Stadtratswahlen. Gut fand ich den Aufuf des FDP-Sprechers, dass man den (durch Satzungs-Einschränkungen) belasteten Rathaus-Anreihnern irgendwie helfen sollte. Da benahmen sich alle so, als sei dieser Appell nur unnötig und lästig.