"Wir haben großen Respekt gehabt," schildert Thomas Kropp, Betriebsleiter des Entsorgungszentrums, seine Haltung gegenüber den 2300 Gewichtstonnen, die da seit Montag vergangener Woche von Lerbeck aus per Lkw nach Hille gebracht wurden. Also wurde die angelieferte Menge ständig mit Infrarotstrahlern überwacht, dass nirgendwo mehr als 50 Grad Wärme erreicht wurden. Jeder warf ein Auge auf den Abfallberg.
"Auf dem Deponiegelände wurden die Plastikballen auseinandergezogen, sortiert und mechanisch bearbeitet," erläuterte Kropp gestern auf einer Pressekonferenz die Arbeitsgänge. Als kleine Fetzen erreichen danach die Verpackungskunststoffe per Lkw das Heizkraftwerk des kreiseigenen Abfallbetriebs Minden-Lübbecke am Mindener Osthafen. Dort wird die in ihnen enthaltene Energie in Prozesswärme für die Produktion bei BASF Pharma umgewandelt.
Lagerprobleme hat das 38000 Tonnen Hausmüll im Jahr verarbeitende Entsorgungszentrum nicht. "Wir haben ein genehmigtes Zwischenlager für 10 000 Tonnen als Reserve", sagt Burkart Schulte, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verwertung organischer Abfälle (GVoA), die das Entsorgungszentrum betreibt. An dieser Firma ist Tönsmeier neben dem Kreis Minden-Lübbecke beteiligt.
Nachdenken über Lehren aus dem Großbrand
Auf dem Betriebsgelände der Firma Tönsmeier in Porta sei als Zeugnis des Großbrandes nur noch die angeschwärzte Wand der Sortierhalle zu sehen, berichtet Lars Helmer, Geschäftsführer des Regionalzentrums Ostwestfalen-Lippe der Tönsmeier-Gruppe. In der Produktion habe man lediglich einen Tag Stillstand gehabt.
Das Löschwasser sei nach Leteln gefahren worden, wo es auf dem Kläranlagengelände nach genauerer Analyse seiner Inhaltsstoffe auf die Weiterbehandlung warte. Helmer schätzt, dass über 1000 Kubikmeter Löschwasser aufgefangen wurden.
Er nahm noch einmal Stellung zu Befürchtungen, dass entgegen den Messungen Giftstoffe in gefährlichen Konzentrationen freigesetzt worden sein könnten. Er bestätigte, dass die Abfallfraktionen in den Metallboxen - in einer solchen entstand das Feuer - sowohl gemischten Gewerbemüll, wie auch unsortierte und sortierte Inhalte der gelben Säcke enthielten.
Überwiegend seien es aber Kunststoffe wie PE, PET und PP gewesen, die bei Verbrennung in Wasser und Kohlenstoff zerfallen. Mögliche Giftstoffträger wie PVC seien weitgehend aussortiert gewesen. Außerdem waren bei dem Brand Temperaturen von über 800 Grad entstanden.
Bei der Firma Tönsmeier wird jetzt über Konsequenzen aus dem Brand nachgedacht. So werde überlegt, Abfallstoffe, die sich möglicherweise selbst entzünden könnten, noch weiter von den Sortierhallen entfernt zu lagern als bisher. Außerdem werde nachgedacht, automatische Löschanlagen an den Metallboxen anzubringen, in denen die Ballen lagern. Oder Löschsand vorzuhalten, der per Radlader schnell zum Brandort gebracht werden könne, solange das Feuer noch schwelt.
Auch die Ausbildung der Mitarbeiter kommt ins Spiel: "Wir möchten in jeder Schicht mehr Leute haben, die sich als freiwillige Feuerwehrleute auskennen", sagt Helmer und Friedrich Klanke, Vorsitzender des GVoA-Aufsichtsrats, der vergangene Woche bei Tönsmeier tagte, schließt sich an: "Es ist für jeden Betrieb wichtig, gute Feuerwehrleute in seinen Reihen zu haben."
Ach, mal wieder ein Grund das Thema nochmals hochzukochen ...
Ich dachte eher die Verbrennungsreste würden üblicherweise nach Afrika oder so geschickt, was ja derzeit voll im Trend ist, und nicht auf der "Pohlschen Heide" verarbeitet; na so kann man sich täuschen!
Alles andere, wie Sicherheit usw., sollte eh selbstverständlich sein und müsste eigentlich nicht noch einmal zum Thema werden ...
Was die Giftstoffe betrifft, nun das glaubt eh keiner; unter Garantie enthielten die Rauchwolke und auch das Löschwasser gefährliche Stoffe, nur wird das wie immer geheim gehalten bzw. vertuscht!
Gruß blog_micky