Der Fahrer des Busses, der Kinder aus der Gesamtschule in Lerbeck nach Schulschluss um 13 Uhr über Hausberge und Lohfeld nach Eisbergen bringen sollte, konnte wegen der Straßensperrung der B 482 nicht auf dem kürzesten Weg an der rechten Weserseite fahren, sondern versuchte über B 65 und Kleeblatt in den Wesertunnel zu gelangen, um über die Portabrücke auf seine Linienstrecke zu kommen.
Damit stand er mit seinem Bus voller Kinder erneut im Stau unmittelbar vor der Einfahrt in den Tunnel. Denn dieser war wegen angeblicher Rauchbeschwerden ebenfalls gesperrt worden.
Aus welchem Grund auch immer - eines der Schulkinder muss den Nothahn zur Öffnung der Bustüren betätigt haben. Die Druckluft entwich und die Tür ging auf. Die Schüler strömten nach draußen, Rückholappelle des Fahrers gingen im Lärm unter. Einige Kinder blieben im Bus, andere auf der Straße, wo Gott sei Dank kein Verkehr vorbeirollte, sondern alles stand.
Einige Kinder versuchten auf eigene Faust nach Hause zu kommen und kletterten die Böschung hoch auf den Tunnelrücken. Ihre Eltern, die sich Sorgen machten wegen der verspäteten Heimkunft, nahmen via Handy Kontakt auf, manche konnten aber wegen der Staus erst nach geraumer Zeit ihre Sprösslinge auflesen.
Einige kamen erst um 16 Uhr nach Hause. Die Folge: Aufregung und Protest gegenüber dem Busunternehmen und dem Fahrer. Der kämpfte quasi gegen Windmühlenflügel und versuchte "seine" Kinder wieder "einzufangen", wie die Pressesprecherin des Linienbetreibers BVO erklärte. Was ihm auch in den meisten Fällen gelungen sei.
Nicht bestätigen konnte die Polizei, dass Streifenwagen an den Kindern auf der B 65 vorbeigefahren seien, wie Eltern Aussagen ihrer Kinder weitergaben. Selbst wenn sie zu einem dringenden Einsatz unterwegs gewesen seien, hätten die Beamten die Zentrale auf die Gefahrenstelle hingewiesen, sagte ein Polizeisprecher. Solch einen Anruf habe es aber nicht gegeben. Die Polizei habe den stehenden leeren Bus gesehen, und der Tunnel sei auch erst wieder freigegeben worden, nachdem man die Sicherheit bei einem Durchgang festgestellt habe.
Die reguläre Abfahrt des Busses (obwohl zu diesem Zeitpunkt längst die Sperrung der B 482 bekannt war) erklärt die Schulleiterin mit einer Information des Portaner Bürgermeisters, wonach es für den ÖPNV eine Sonderdurchfahrterlaubnis gäbe. Das aber wird im Rathaus nicht bestätigt.








