Wenn nicht umgehend gegengesteuert werde, würde sich das strukturelle Defizit der Kliniken im Jahr 2008 auf mindestens sechs bis acht Millionen Euro jährlich belaufen. Das hätten die 2005 noch vom Zweckverband Kliniken im Mühlenkreis beauftragten Berater errechnet, bestätigte ein Informant aus dem Umfeld der Kliniken auf MT-Anfrage. Der Zweckverband wurde zum 1. Juli 2006 in eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) überführt.
Doch die Gutachter, die aus dem Kreis Minden-Lübbecke kamen, sollen nicht nur auf die Finanzproblematik des späteren Johannes-Wesling-Klinikums hingewiesen haben. Das Beratungsunternehmen beschäftigte sich auch mit der Führungsstruktur.
Dabei soll das Urteil eindeutig ausgefallen sein. Mit dem vorhandenen Führungsapparat im Klinikum und mit den politisch Verantwortlichen sei eine Sanierung der Kliniken nicht zustande zu bringen, hätten die Berater damals erklärt, so der Informant weiter. Die Geschäftsführung müsse bis in die zweite Reihe hinein ausgetauscht werden, sonst seien die Probleme der Mindener Klinik nicht in den Griff zu bekommen, hätten die Wirtschaftsberater damals deutlich gemacht.
Es habe innerhalb des Klinikverbundes jedoch keine Reaktion auf die Aussagen der externen Berater gegeben. Außer, dass das Unternehmen keinen weiteren Auftrag für eine weitere Tätigkeit bei der Klinikensanierung erhalten habe, betonte der Insider.
Die Berater verwiesen gegenüber dem MT auf die Verschwiegenheitspflicht und bezogen zu den Erklärungen des Informanten keine Stellung.
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