Wie das MT am 20. Februar berichtete, sehen Verdi und Personalrat nur noch die Möglichkeit, vor Gericht zu gehen, um sich im Zuge des Sanierungsprozesses Information und Anhörung zu verschaffen.
In seiner Pressemitteilung vom Donnerstag weist Günter Brummundt, Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Mühlenkreis, darauf hin, dass bei der Wahl des Geschäftsführers Servicebereiche und Personal auch Verdi-Sekretär Volker Hoppmann als Mitglied des Verwaltungsrates anwesend gewesen sei.
Erst am 1. März beginnen der neue Vorstandsvorsitzende und der Geschäftsführer im Johannes Wesling Klinikum ihren Dienst. Alle hätten bei ihren Vorstellungen betont, dass sie eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Personal, Gewerkschaft und Personalvertretung anstrebten und die Sanierung des Klinikums für entscheidend wichtig hielten.
Bei der Vorstellung der Sanierungsberater im Beisein der Personalratsvorsitzenden (die Gewerkschaften Verdi, Komba und Marburger Bund waren ebenfalls eingeladen), die zur Wahl des Unternehmens Roland Berger geführt habe, hätten die Mitglieder des Beraterteams dasselbe geäußert, so Brummundt weiter. "Eine enge Einbindung von Personalrat und Personal in alle Beratungsprozesse und intensive Mitarbeit aller Beschäftigten wird angestrebt und für erforderlich gehalten. Dabei sollen Entlassungen weitgehend vermieden und wesentliche andere Maßnahmen wie z. B. Leistungssteigerungen, Ablaufoptimierung usw. zum Erfolg führen."
Aber bereits zwei Wochen bevor Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer ihre Arbeit am Klinikum aufnähmen und eine Woche bevor das Team von Roland Berger mit der Bestandsaufnahme zur Sanierung beginne, beschwere sich die Personalratsvorsitzende über mangelnde Information, fehlende Gespräche, unterlassene Anhörung.
"Nicht vorzeitig die Prozesskeule schwingen"
"Vielleicht sollten Personalrat und Verdi erst einmal die betroffenen und verantwortlichen Vorstandsmitglieder und Berater die Arbeit aufnehmen lassen, ehe sie die Prozesskeule schwingen", so Brummundt. Bei der CDU-Kreistagsfraktion verfestige sich der Eindruck, dass es weniger um die Sanierung des Johannes Wesling Klinikums, die kommunale Trägerschaft und die hoch belasteten Mitarbeiter gehe, sondern um die Fragen: "Wer hat die Macht, wer bestimmt im Klinikum."
Am 24. Februar habe die Kreis-SPD ihr Bedauern geäußert, im Aufsichtsgremium der Mühlenkreis-Kliniken keine Mehrheit zu haben. Aber sie habe entscheidenden Einfluss. Der Verwaltungsrat besteht aus dem Landrat als Vorsitzenden, fünf Vertretern der CDU, fünf Vertretern der SPD, einem Freidemokraten und der Fraktionsvorsitzenden der Grünen. Sie habe also von allen den größten Einfluss. "Übrigens soll der Sanierungsprozess der Kliniken im Mühlenkreis erst noch beginnen und niemand wird gehindert, am Erfolg mitzuarbeiten."
Bei genauer Betrachtung der Kritik in dem MT-Artikel werde deutlich, welche engen Verbindungen zwischen Kreis-SPD, Gewerkschaft Verdi und Personalvertretung bestünden. Einigkeit zwischen allen Parteien im Kreis und allen Vertretern im Verwaltungsrat bestehe darüber, dass die Kliniken wirtschaftlich erfolgreich in öffentlicher Trägerschaft weiter geführt werden sollten.
"Wir erwarten allerdings, dass die Mühlenkreis-Kliniken nicht zum Spielball im Wahlkampf verkommen, sondern alle ernsthaft an ihrer Sanierung mitarbeiten."

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