Vorstand kündigt Dienstvereinbarung: Personal soll Überstunden abfeiern / Einbußen bei Gehalt
Das teilte Georg Stamelos, Pressesprecher der Mühlenkreis-Kliniken, auf Anfrage mit. "Neun Millionen Euro an Personalkosten sollen 2009 eingespart werden", so Stamelos. Dabei legt der Pressesprecher wert auf die Formulierung, dass es "bis zum 31. Dezember 2009 keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird". Die Arbeitsplätze sollen so sozialverträglich wie möglich abgebaut werden.
Noch in dieser Woche will der MKK-Vorstand die Mitarbeiter über den weiteren Verlauf des Sanierungsprozesses informieren. Und darüber, wie die Unternehmensberatung Roland Berger in den kommenden 18 Monaten das angeschlagene Johannes-Wesling-Klinikum wieder auf Kurs bringen will. Urlaubs- und Überstundenrückstellungen sollen dabei den Abbau von 61 Stellen auffangen.
Zu diesem Zweck hat der MKK-Vorstand jetzt einseitig die Dienstvereinbarung gekündigt, in der Überstundenvergütung und Freizeitausgleich geregelt sind. "Die restlichen 107 Stellen sollen abgebaut werden, in dem befristete Verträge nicht verlängert werden."
Allein 1,1 Millionen Euro schlagen für die Bezahlung von Überstunden zu Buche. Die Überstunden sollen jetzt innerhalb eines Jahres abgefeiert werden.
Für die Beschäftigten bedeutet diese Veränderung ein kräftiger Griff ins Portemonnaie. "Bei einem Arzt können das bis zu 1.000 Euro pro Monat sein und bei den Pflegekräften schlägt die Kündigung der Dienstvereinbarung mit 300 bis 400 Euro zu Buche", erklärt Personalratsvorsitzende Christina Weng. Der Personalrat hat gestern Mittag beschlossen, mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen die einseitige Kündigung der Dienstvereinbarung vorzugehen.
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