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29.01.2009
Klinikum: Verdi hat "Kanal voll"
Verhandlungen gescheitert / Keine Beteiligung am Sanierungsprozess

Minden (mt/hn). Die Mitglieder der Gewerkschaft Verdi unter den rund 4500 Beschäftigten der Mühlenkreis-Kliniken (MKK) haben den "Kanal voll", so ein enttäuschtes Verdi-Mitglied. Die Gewerkschaft werde nicht am Auswahlverfahren für ein Sanierungs-Beratungsunternehmen teilnehmen.

Das wurde laut einer Mitteilung der Gewerkschaft am Dienstag in einer Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen. Der Verwaltungsrat der Mühlenkreis-Kliniken AöR (MKK) will am Freitag nach europaweiter Ausschreibung ein Beratungsunternehmen aussuchen. Verdi war eingeladen an der Sitzung teilzunehmen - ohne Mitwirkungsrechte. Verwaltungsratvorsitzender Dr. Ralf Niermann hatte betont, das sei rechtlich nicht anders möglich.

"Die Mitgliederversammlung sieht die Verhandlungen zur Sanierungsrahmenvereinbarung als gescheitert an", schrieb jetzt Verdi-Sekretär Volker Hoppmann an Niermann. Ein "partnerschaftlicher, gemeinsamer und gleichberechtigter Sanierungsprozess", wie ihn die Gewerkschaft fordert, sei unmöglich. "Sanierungstarifverhandlungen werden ausgeschlossen", setzt Verdi den Schlusspunkt.

Die organisierten Arbeitnehmer gingen davon aus, dass es "politischer Wille des Verwaltungsrats sei, den Sanierungsprozess der Mühlenkreiskliniken alleine zu gestalten" und der Arbeitnehmervertretung lediglich die klassische Rolle als Interessenvertreter der Beschäftigten zuzugestehen.

Die Gewerkschaft werde im Sanierungsprozess "darüber wachen, dass die Tarifverträge auch eingehalten werden."

Bereits im Ausschreibungs- und Vorauswahlverfahren, das von der MKK ohne Beteiligung der Arbeitnehmervertretung durchgeführt wurde, seien Beratungsfirmen mit ihren Sanierungskonzepten "einseitig aussortiert" worden.

Mit der Auflage, über die Vorgänge und die Beratung im Verwaltungsrat nicht öffentlich (den Mitgliedern) berichten zu dürfen, hält Verdi das Verfahren für intransparent und demokratischen Gepflogenheiten nicht angemessen. "Die Gewerkschaft Verdi in den Mühlenkreiskliniken möchte durch ihre Teilnahme nicht das Feigenblättchen der demokratischen Mitarbeiterbeteiligung liefern."

Der Verwaltungsratsvorsitzende und Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) wird aufgefordert, den jetzt eingeleiteten Prozess zu stoppen, mit Verdi die Sanierungsrahmenvereinbarung abzuschließen und "auf deren Grundlage einen konstruktiven und beteiligungsorientierten Prozess" zu eröffnen.

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Copyright © Mindener Tageblatt 2010
Dokument erstellt am 29.01.2009 um 01:19:21 Uhr
Letzte Änderung am 29.01.2009 um 09:45:18 Uhr

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