Landrat verlangt von den Kliniken "Turnaround mit Macht"
Niermann: Umdenken nötig / Beratungsfirma soll im März die Arbeit aufnehmen / Appell an die Beschäftigten
VON MONIKA JÄGER
Minden (mt). Jetzt sind die Ärzte und das Personal dran: Landrat Dr. Ralf Niermann erwartet von den Mühlenkreiskliniken einen "Turnaround mit Macht". Und das bald.
"Der Wandel wird und muss gewaltig sein, kleine Trippelschritte reichen nicht." Diese Nachricht ist dem Chef der Kreisverwaltung so wichtig, dass er sie gleich mehrfach in die breite Themenpalette der "Jahresausblicks-Pressekonferenz" des Kreises einbringt.
Drei Monate sind vergangen, seitdem das tatsächliche Ausmaß der Defizite der Mühlenkreis-Kliniken öffentlich gemacht wurde. "Jeden Monat verlieren wir 1,5 Millionen Euro" - beim Johannes-Wesling-Klinikum allein, sagt Niermann. Kreisverwaltung und Kreistag hätten inzwischen alles dagegen getan, was sie tun konnten.
Nicht weit genug vorangeschritten sind Niermann in den vergangenen drei Monaten jedoch die Veränderungen beim Johannes-Wesling-Klinikum selbst: "Wir können keinen Monat, keine Woche hinnehmen, wo nicht deutlich sichtbar was passiert." Auch Ärzte und Pflegekräfte müssten "den Turnaround mental und wirtschaftlich" vollziehen.
Zum März solle nicht nur der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Mathias Bracht im Amt sein. Auch die Firma, welche die externe Sanierungsberatung übernimmt, werde dann ihre Tätigkeit aufnehmen. Ausgewählt wird diese vom Verwaltungsrat. Und die Beschäftigten? Das sei ein "streng rechtlich formalisiertes Verfahren", so der Landrat, der auch Jurist ist. "Verdi und Personalrat sind herzlich eingeladen, an der Auswahlsitzung Ende Januar teilzunehmen. Ich vertraue darauf, dass sich die Partner ihrer Verantwortung nicht entziehen."
Die Personalvertretungen hatten in den vergangenen Wochen mit Macht eingefordert, an Entscheidungen zur Zukunft der Mühlenkreiskliniken aktiv beteiligt zu werden, da sie doch bereit seinen, an Personalverringerungen mitzuwirken. Wie groß die Lücke ist, die zwischen "teilnehmen" und "mitwirken" klafft, blieb offen. Niermann jedenfalls fragte rhetorisch: "Ob sich alle Beteiligten der Notwendigkeit bewusst sind, Einschneidendes zu tun?"
Dabei habe das Klinikum gerade durch sein Personal großes Potenzial, nämlich "den hohen medizinischen und pflegerischen Leistungsstandard und das Engagement der Mitarbeiter."
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