Offizielle Amtseinführung des neuen Vorstandschefs der Mühlenkreis-Kliniken mit Optimismus und neuen Tönen
Im Hörsaal des Johannes-Wesling-Klinikums wurde der hier beliebte Handballsport vielfach als Sinnbild benutzt. Dafür hatte der vom Verwaltungsratsvorsitzenden Dr. Ralf Niermann gegebene Hinweis gesorgt, Bracht habe als Handballspieler höherklassiges Niveau gezeigt
(MT vom 14. März: "Einmaligkeit als Chance begreifen").
Bracht selber nahm das Bild auf. Er sei ablösefrei von der Elbe an die Weser gewechselt. "Wenn ein waschechter Hamburger wie ich die Heimatstadt verlässt, muss die Aufgabe schon groß und reizvoll sein", sagte er. Seine bisherige Erkenntnis nach 13 Arbeitstagen für die MKK: Trotz sehr guter Einzelspieler und guter Mannschaftsstruktur, sehr viel bisher ungenutztem Potenzial und einer hervorragenden eigenen "Halle" sei der "Verein" Mühlenkreis-Kliniken ins Straucheln geraten. "Wenn zu schlechten Rahmenbedingungen auch noch eigene Fehler kommen, stellen sich Misserfolge ein, die Presse wird schlecht, aber am schlimmsten ist es, wenn man den Glauben an sich selbst verliert", sah Bracht Parallelen zu seinen Erfahrungen im Sport. Aufbau und Spielzüge seien zu kompliziert, spielte er auf in den ersten Tagen bereits festgestellte Organisations- und Strukturmängel hin. "Schön spielen allein genügt nicht", sagte Bracht.
Der Weg zurück in die Erfolgsspur werde schwer und schmerzhaft. Die hier vorhandene einmalige Struktur sei nur in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft haltbar, und die zu erhalten, sehe er gute Chancen. "Sonst wäre ich nicht hier." Klare Ergebnisorientierung heiße auch alles "ausnahmslos" kritisch zu hinterfragen. Nicht die Frage, was nicht gehe, sei wichtig, sondern welche Möglichkeiten und Alternativen es gebe. Er forderte "echte Veränderungsbereitschaft". Er stehe für Verbindlichkeit seiner Aussagen und Entscheidungen, für klare Antworten, Nachhaltigkeit. Transparenz, Fairness und offenen Umgang.
Optimismus "wichtigste erneuerbare Energie"
Er könne das Spiel nicht allein gewinnen, sondern brauche engagierte Mitspieler ebenso wie Unterstützung im Umfeld (Verwaltungsrat und Träger) und treue Fans, die auch in schlechten Zeiten an den Erfolg glauben (Banken und Geschäftspartner). Ein Team brauche gerade in der Krise Ruhe. "Wir können eigentlich nur an uns selbst scheitern", räumte er als Randbemerkung ein, vermittelte aber den Zuhörern einen unbezweifelbaren Optimismus, den MMK-Verbund in die Erfolgsspur zu führen.
Optimismus sei "die wichtigste erneuerbare Energie", hatte Ärztlicher Direktor Prof. Bachmann-Mennenga zuvor deutlich gemacht. Er freue sich wie viele Kollegen, dass an der Konzernspitze nun jemand stehe, der als Mediziner die gleiche Sprache spreche und mit klarer und schneller Übernahme des Steuers Entscheidungsfreudigkeit, Durchsetzungsfähigkeit und Stressresistenz zeige und Wertschätzung des Teams beweise, delegieren könne, "gute Leute" um sich sammle und die "lange vermisste Kommunikationsfähigkeit" mitbringe. Das MKK könne dann "Simply the best" werden.
"Nehmen Sie uns im Dialog mit auf den Weg"
"Wir sprechen miteinander", sagte Personalratsvorsitzende Christina Weng. Und wer die bisherige Kommunikation zwischen Personalvertretung und Führung im MKK kennt, sieht darin ein positives Zeichen schon in der Kennlernphase. Die Gemengelage in diesem komplexen Umfeld sei "auf Entscheidungen in der Vergangenheit gegründet", scheint die Belegschaftsvertretung den neuen Vorstandschef unvoreingenommen zu begrüßen. "Wir vertrauen, dass Sie auf wirkliche Kooperation setzen", sagte Weng und fügte hinzu, sie habe in den ersten Tage die "Bereitschaft zur rein inhaltlichen Auseinandersetzung" erlebt.
Auch Vorstandskollege Reinhard Meyer hob hervor, Bracht habe schon in den ersten Tagen deutlich gemacht, dass er alle Mitarbeiter in die große Aufgabe der "Heilung der offenen Wunden des MKK" einbinden wolle. Pflegedienstleiterin Pahmeyer wies auf die Überlastung des Pflegepersonals hin, schlug strukturelle Verbesserungen vor und forderte Bracht auf: "Nehmen Sie uns im Dialog mit auf den Weg, und wir sind an Ihrer Seite".
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