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12.09.2009
Hammerfest: Auftritt vor 100 000 Fans und 40 000 verkaufte Platten
Einmal Rock´n´Roll und zurück
VON DORIS CHRISTOPH

Vlotho (dc). Sie hatten eine "Wilde Zeit", ihre Bandgeschichte gleicht einem "Funkenflug" und sie würden daran "Für kein Geld der Welt" etwas ändern: Hammerfest.

Hammerfest führten ein Leben wie im Rock´n´Roll-Lehrbuch (v.l.): Wolfgang Kuhlmann, Achim Patz, Hans Schemel, Jacob Künzel und Klaus Otto. | Foto: Doris Christoph

Die Rocker aus Vlotho gehören zur A-Liga der regionalen Bandlandschaft und stehen mit ihrem "Sensenrock" seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne, zuletzt beim "Umsonst und Draußen" (U&D) in Porta Westfalica. Hier begannen sie 1975 ihre Karriere, vier Jahre später lockten sie rund 100 000 Besucher zum Festival.

"Wir wollten berühmt werden", erinnert sich Gitarrist Wolfgang Kuhlmann (56) an den Antrieb, der vier Vlothoer Jungs zur Musik brachte. Er gründete 1975 zusammen mit Achim "Ako" Patz (Sänger und Keyboarder) und Klaus Otto am Schlagzeug die Band "Hammerfest". Den ersten Bassisten tauschten sie gegen Hans Schemel aus. Er war ohne Familienanhang freier -und er konnte singen.

Bald brach Hammerfest vom kleinen Vlotho in die große weite Welt auf. "Die Jahre von 1978 bis 1982 waren die Höhepunkte der Bandgeschichte", erinnert sich Kuhlmann. Die LPs "Hier bei uns" und "Schleudertest" kamen raus, 30 000 bis 40 000 Platten verkaufte die Band insgesamt, 150 Gigs gab sie pro Jahr. 1979 gabelte Hammerfest buchstäblich Saxophonist Jacob Künzel auf - Klaus Otto nahm den Tramper zufällig auf einer Fahrt nach Berlin mit. Ein paar Wochen später standen alle zusammen vor 100 000 Fans auf der Bühne.

Das Leben im Tourbus war voll gepackt mit allem, was der Rock´n´Roll so mit sich bringt. "Die Klischees stimmen alle", verrät Schemel. Es scheint oft heiß hergegangen zu sein: Die Liebe zu seiner jetzigen Frau brachte zum Beispiel Klaus Otto 1979 ins Krankenhaus - ein Nebenbuhler schoss ihm ins Bein und in den Arm.

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Irgendwann wurde das wilde Leben zu viel, 1982 kam es zum Bruch. "Wir waren so oft unterwegs, dass wir die Instrumente schon gar nicht mehr aus dem Bandbus ausgeladen haben", sagt Achim Patz (54). Schon zwei Jahre vorher war Jacob Künzel (53) ausgestiegen: "Meine andere Band in der Schweiz war auch sehr erfolgreich. Ich musste mich entscheiden." Klaus Otto eröffnete einen Plattenladen, Hans Schemel die Kneipe "Bubi Lubi".

Achim Patz und Wolfgang Kuhlmann machten mit anderer Besetzung weiter. Das Album "Dezente Elemente" entstand, doch die Fans wollten den typischen Hammerfest-Sound. 1984 löste sich die Band auf. Erst vier Jahre später kam die alte Formation wieder zusammen, ohne Jacob Künzel, dafür mit Detlev Schütz an der Gitarre. Auftritte sowie die CDs "Schöne Grüße -live vom U&D" und "Echtzeit" folgten.

Heute sehen sich die Hammerfest-Mitglieder nicht mehr als aktive Band. "Wir sind eher ein Freundeskreis, der schreibt", meint Kuhlmann. Und der ab und zu auf der Bühne steht. Die vier Vlothoer sind im Leben angekommen, genau so, wie sie einst in "Irgendwann sowieso" sangen: "Der Alltagshammer hat uns dann noch voll erwischt. Doch ihr habt mich noch nicht ganz und ihr kriegt mich auch nicht…"

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 11.09.2009 um 21:25:24 Uhr
Letzte Änderung am 12.09.2009 um 02:07:16 Uhr

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