Die Mitarbeiter der Erziehungsberatung freuen sich auf das neue Domizil in direkter Nachbarschaft zum Jugendamt. Zum einen bekommen sie mehr Platz: Etwa 1000 Quadratmeter statt 800 wie jetzt an der Rosentalstraße. Zum anderen ist die Portastraße wegen ihrer Nähe zum ZOB und zur Innenstadt gut zu erreichen.
Den zusätzlichen Platz kann die Beratungsstelle gebrauchen, denn dort sind kürzlich zwei neue Schulpsychologen (Landesbedienstete) eingestellt worden.
Symmetrische Formen innen und außen
Die Büros und Beratungsräume werden im so genannten Hochparterre untergebracht. Der Eingang wird - anders als zu Klinikzeiten - wieder an der Portastraße sein.
In das ehemalige Gebäude der Erziehungsberatung (Rosentalstraße 3) wird eine geriatrische Tagesklinik (ambulante Altersheilkunde) einziehen. Mit der geriatrischen Tagesklinik bekommt die psychiatrische Tagesklinik am Rosental sozusagen eine "Schwester". Den entsprechenden Beschluss hatte der Kreistag im Februar 2007 gefasst (Bericht im MT).
Aber zurück zum Schinkelbau, dem einstigen Garnisonslazarett, erbaut 1830. Ein erster Rundgang mit Kreis-Baudezernent Jürgen Striet lässt vermuten, dass die künftigen Büros und Beratungsräume ziemlich schick werden. Innen wie außen ist das Gebäude streng symmetrisch aufgebaut.
Fans dieses Stils loben die ästhetische Klarheit. Das nun wieder freigelegte Kreuzgewölbe unterstreicht die geometrisch-klassizistischen Formen: "Die Räume haben dadurch eine ganz andere Wirkung bekommen", sagt auch Jürgen Striet.
Nachdem komplett verkleidete Decken entfernt waren, kam darunter historische Lehm- und Holzdecken zum Vorschein. Dadurch sind nun auch die sanft geschwungenen Bögen über den Fenstern wieder sichtbar geworden.
Verschwunden ist das großformatige Wandrelief des Mindener Künstlers Peter Medzech. Es wurde in seine Einzelteile zerlegt und lagert derzeit auf Holzpaletten. Voraussichtlich wird es Peter Medzech wieder abholen. Was künftig damit passieren soll, ist unklar: "Es ist auf jeden Fall zu groß, um es mir ins Wohnzimmer zu
hängen", sagt Medzech. Darüber hinaus sei das Relief orts- und themenbezogen gewesen, war also speziell für diesen Bau und für das Thema Dermatologie gemacht.
Fakten - Der Schinkelbau
Dieser Name hat sich für die ehemalige Hautklinik an der Portastraße eingebürgert, weil das Gebäude dem preußischen Klassizismus der Schinkelzeit zugeordnet wird. Namensgeber des früheren Garnisonlazaretts ist Karl Friedrich Schinkel (1781-1841), obwohl er es gar nicht entworfen hat. Der deutsche Architekt zählte zu den bedeutendsten Stadtplanern Preußens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als Leiter der damaligen Oberbaudeputation in Berlin hatte er auch Einfluss auf Mindener Festungsbauten. Neben der Defensionskaserne (heute Preußen-Museum) gilt das Garnisonslazarett als das bedeutendste Bauwerk in der ehemaligen Militärvorstadt ("Hausberger Front"). (ani)
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