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07.08.2010
Bürgerversammlung zum Stand in Sachen Abwasserproblematik in Häverstädt am Mittwoch
"Viel zu früh für eine Siegesfeier"
VON HARTMUT NOLTE

Minden-Häverstädt (hn). Es hat sich seit April viel getan in Sachen Abwasserkonzept Häverstädt/Haddenhausen. Bürgerpoteste in beiden Stadtteilen haben zum Umdenken in der Stadtpolitik geführt. Über den aktuellen Sachstand will die Notgemeinschaft in einer Bürgerversammlung am 11. August informieren.

Ein Überbleibsel am Straßenrand aus den Tagen des Klinikumbaus: Die Notgemeinschaft Häverstädt hat das Rohr-im-Rohr-System für die Krankenhausabwässer als ihr Logo genommen. | MT-Foto: Hartmut Nolte

Vor gut zwei Jahren, genauer am 17. Juni 2008, haben die Städtischen Betriebe Minden (SBM) im Vereinshaus Alte Schule erstmalig über ihr neues Abwasserbeseitigungsprogramm informiert, das auf dem beschlossenen Konzept von 2006 beruhte. Das in Häverstädt weitverbreitete Mischsystem sollte in ein getrenntes System von Schmutz- sowie Regen- mit Drainagewasser umgewandelt werden.

Das bis dahin hier unbekannte Wort Fremdwasser wurde nun zum häufig gebrauchten Begriff. Fremdwasser ist Wasser, das zum Beispiel aus an die Abwasserleitungen angeschlossenen Drainagerohren ins private und dann ins öffentliche Rohrnetz fließt.

Das möchten die SBM gern heraushaben, denn darin sehen sie den Hauptgrund für Probleme im Klärwerk in Leteln und an der Pumpstation Weidestraße und einen unsinnigen Kostenfaktor.

Einige Häverstädter und Haddenhauser Bürger fürchteten in den SBM-Plänen Kosten von bis zu 25 000 Euro pro Grundstück und setzten sich für die Beibehaltung des Mischsystems als "einndeutig kostengünstigere Lösung" ein. Wie in Haddenhausen bildete sich auch in Häverstädt eine Bürgerinitiative, die sich Notgemeinschaft Kanalsystem Häverstädt nannte.

Info
Mehr zum Thema im Blickpunkt "Abwasserstreit in Haddenhausen und Häverstädt".

Beide kämpften, im Wissen viele Bürger hinter sich zu haben, informierten sich, luden Experten ein, zeigten den Stadtpolitikern alternative Wege wie in anderen Kommunen die Problematik von gesetzlich vorgeschriebner Dichtigkeitsprüfung und Fremdwasser bürgerfreundlicher gelöst werden.

Und im April diesen Jahres folgten die Stadtverordneten den Bürgerwünschen und kippten das SBM-Konzept. Der Bürgermeister beanstandete zwar einen Teil des Beschlusses, führte ihn im Juli aber mit gleichem Duktus in verändertem Wortlaut wieder ein, wogegen sich die SBM bis zuletzt "mit Händen und Füßen" wehrte.

Der städtische Eigenbetrieb wurde von seinem "Eigentümern", dem Stadtrat, nun unter anderem beauftragt, ein Fremdwasserkonzept nicht nur für die beiden südlichen Stadtteile, sondern für die ganze Stadt zu erstellen, um herauszufinden, wo man die Problematik mit dem größten Effekt zuerst aufgreifen sollte.

Informationen und lockere Gespräche

Über den aktuellen Stand in der Abwasserfrage, und in der vorgeschriebenen Dichtigkeitsprüfung will die Notgemeinschaft am kommenden Mittwoch, 11. August, ab 18.30 Uhr die Grundeigentümer aus Häverstädt im Gemeindesaal der St. Jakobus-Kirche an der Menzelstraße informieren. Anschließend wird zu "lockeren Gesprächen bei Bier und Bratwurst" eingeladen. "Bitte kommen Sie, auch wenn die politische Grundsatzentscheidung getroffen ist - man weiß ja nie," wirbt die Notgemeinschaft aus Erfahrung. Für eine Siegesfeier sei es noch viel zu früh.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 06.08.2010 um 21:45:20 Uhr
Letzte Änderung am 07.08.2010 um 13:26:52 Uhr

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