30.06.2012
Mehr als 20.000 Euro Spenden beim 24-Stunden-Lauf
22.492 gelaufene Runden bei Union-Minden-Veranstaltung
VON THOMAS KÜHLMANN

Minden (mt). "Ich bin fasziniert von dem Ehrgeiz und der Bereitschaft, mit der sich die Läufer und die Macher von Union Minden immer wieder in den Dienst der guten Sache stellen. Hätte ich nicht gleich noch den nächsten Termin in Bad Oeynhausen, würde ich sicherlich auch eine Runde mitlaufen", zollte Frank-Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und gleichzeitig Schirmherr der 13. Auflage des 24-Stunden-Laufes, Sportlern wie Organisatoren höchsten Respekt, als er am Samstag um punkt 16 Uhr in Minden Station machte.

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Der beliebte SPD-Politiker und ehemalige Bundesaußenminister hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich bei dem traditionellen Lauf-Spektakel vorbeizuschauen. Begleitet vom Mindener SPD-Bundestagsabgeordneten Achim Post machte sich der Lipper in seiner so populären, publikumsnahen Art schier ohne Zeitdruck ein genaues Bild vom mannigfaltigen Treiben rund um die Laufbahn des Sportplatzes am Mittelweg.


Dabei wurde seinem alten Freund Post am Stand der Organisation "Fürs Leben", einem der Spendenempfänger des Laufes, mal eben ein Organspender-Ausweis schmackhaft gemacht und verabreicht. Schließlich weiß Steinmeier, der seiner Ehefrau Beate Büdenbender selbst eine Niere gespendet hat, wie wichtig solch ein Pass ist. Im nächsten Moment hatte Steinmeier Bewunderung für Mindens SPD-Bürgermeister Michael Buhre übrig, der mit schweißdurchtränktem T-Shirt auch schon einige Runde für den guten Zweck in den Beinen hatte.

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435 Runden: Rekordlauf des "Mittelweg-Balotellis"

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Die größte Faszination übte jedoch die illustre Läuferschar aus Groß und Klein auf den Politiker aus, die während seines Platzrundgangs unentwegt ihre Füße für die gute Sache bewegten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jobst von Palombini, Lehrer am Gymnasium Petershagen, den Rekord als Einzelläufer, der bis dato mit 337 Runden von Beatrice Walter gehalten wurde, bereits längst pulverisiert und steuerte der 400-Runden-Marke entgegen. Dem staunenden Steinmeier verschlug es fast die Sprache ob dieser Leistung.

Von Palombini, schon lange mit freiem Oberkörper unterwegs, wurde aufgrund seines durchtrainierten Bodys von Streckensprecher und Mitorganisator Peter Schwier immer wieder als "Balotelli vom Mittelweg" hochgejubelt. Der Rekordlauf des Bückeburgers endete schließlich bei 435 Runden und umgerechnet 166,5 Kilometern. Eine Bestmarke wahrscheinlich für die nächsten Jahrzehnte, denn er selbst verkündete nach der imposanten Schlussrunde mit 1227 Aktiven: "Ich weiß nicht, ob ich das noch einmal in Angriff nehmen werde. Aber es hat irren Spaß gemacht." Ob dieser Spaß allerdings gesund ist, darüber wurde bereits während des Rennens an und auf der Strecke kontrovers diskutiert.

Mit einem Schlag(anfall) neues Leben für Behrens

Neben SPD-Zugpferd Steinmeier, der nach seiner etwa 30-minütigen Visite am Mittelweg und seinem Anschlusstermin im Herzzentrum Bad Oeynhausen bei seinen Eltern in Lippe nächtigte, staunte auch ein zweiter Zaungast von auswärts mit leuchtenden Augen über das grandiose Spektakel: Jörg Behrens aus Extertal. Der 46-jährige Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens mit 400 Beschäftigten aus Vlotho hatte am 13. Juni wie aus heiterem Himmel einen Schlaganfall erlitten und befindet sich momentan in Reha in Bad Oeynhausen. Mit seiner Anwesenheit zollte er dem Förderverein der Neurologischen Station am Klinikum Minden, dem zweiten Spendenempfänger des Laufes, Dank und Anerkennung.

"Beim Einschlafen spürte ich ein Kribbeln im linken Arm, am nächsten Morgen sogar ein halbseitiges Taubheitsgefühl, später ein bleibendes Kribbeln und Störungen in der Feinmotorik", schildert der durchtrainierte Allround-Sportler die ersten Symptome, auf die er anfangs nicht reagierte. "Erst nach 1,5 Tagen, als ich die vollständige Kontrolle über die linke Seite verloren hatte, bin ich zum Arzt gegangen und schließlich in der Notaufnahme des Mindener Klinikums gelandet. Auf der Schlaganfallstation hat man mich dann genau aufgeklärt, was passiert war. Die Diagnose hat bei mir sofort Angstzustände ausgelöst. Nach dreitägigem Auf und Ab bin ich nicht zuletzt aufgrund der fundierten und äußerst zeitaufwendigen Betreuung wieder entlassen worden", sagte Behrens mit einem hoffnungsvollen Lachen für eine vollständige Genesung.

Dieses Lachen hatte auch Dr. Vera Straeten, Oberärztin der Neurologie am Klinikum und passionierte Marathonläuferin wieder auf den Lippen, als sie mit 111 Runden, dem "Mittelweg-Marathon", den körperlichen Beitrag für ihr Herzensanliegen geleistet hatte.
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Dokument erstellt am 30.06.2012 um 20:18:00 Uhr

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